Psychotherapie - ADHS / ADS

Bei Kindern und Jugendlichen 

Aufmerksamkeits- oder Konzentrationsprobleme bedeutet nicht gleich ADHS

Leidet ihr Kind an einer Aufmerksamkeitsproblematik, kann sich also schlecht über einen längeren Zeitraum auf eine Sache konzentrieren oder ist sehr leicht abzulenken so spricht man von einer reinen Konzentrationsschwäche. Diese Beeinträchtigung allein findet man jedoch nicht im Diagnosespektrum psychischer Erkrankungen, sondern stellt vielmehr ein Symptom dar was in Zusammenhang mit unterschiedlichen psychischen Krankheitsbildern auftreten kann z.B. auch bei Depressionen oder Essstörungen. 


ADHS - "Zappelphillip"

Um die Diagnose eines Aufmerksamkeitsdefizits- Hyperaktivitätssyndrom zu stellen, müssen zusätzlich noch die Kriterien einer Hyperaktivität (z.B. ihr Kind kann kaum still auf seinem Platz sitzen und ist in ständiger motorischer Unruhe) und einer Impulsivität (z.B. ihr Kind platzt mit Antworten heraus, kann kaum abwarten), was sich in vielen unterschiedlichen Verhaltensweisen äußern kann, erfüllt sein. Gerade bezüglich dieser doch geläufigen Diagnose werden oft Fehleinschätzungen gemacht. Unabdingbar ist in diesem Zusammenhang eine ausführliche Entwicklungsdiagnostik und die Befragung mehrerer Bezugspersonen, die die Symptomatik gut einschätzen und beurteilen können. So z.B. Eltern, Betreuer und Lehrer.

 

ADS - "Träumerchen"

Im Unterschied zum ADHS leiden Kinder und Jugendliche mit einer ADS-Störung nicht an einer vorherrschenden Hyperaktivität. Oft fallen Verhaltensweisen wie Vergesslichkeit und Tagträume bei den Betroffenen auf. So wie bei einem ADHS werden hier jedoch auch Aufmerksamkeitsprobleme ersichtlich. Leider ist es oft der Fall, dass diese Kinder und Jugendliche aufgrund ihrer weniger extrovertierten Symptomatik nicht erkannt werden, unter Umständen jedoch genauso beeinträchtigt sein können wir Kinder, die an einem ADHS leiden. 

 

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass Kinder mit einem ADHS sich kaum über einen längeren Zeitraum auf eine Sache konzentrieren können, sich ständig in Bewegung befinden und ihr Verhalten nur schwer an bestimmte Situationen anpassen können. Zudem sind sie leicht reizbar und reagieren wütend. Meist stecken in diesen Kindern auch viele Ressourcen wie Kreativität,  Aufgeschlossenheit und Begeisterungsfähigkeit was durch ihr "störendes" Verhalten von ihrem Umfeld nicht immer wahrgenommen wird.